Kastration beim Hund - deutscher Boxer Leben, Krankheiten, Charakter

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Kastration beim Hund

Krankheiten
Kastration beim Hund: Ja oder Nein
Noch bevor Elly in unserer Familie ankam, haben wir dieses Thema oftmals, auch kontrovers, diskutiert.
Viele Punkte sprechen dafür, sehr viele aber auch dagegen. Und sobald man dieses Thema anspricht. entwicklet sich immer eine neue Diskussion. Ich habe meine Recherchen hier zusammengetragen und hoffe es hilft etwas weiter bei der eigenen Meinungsfindung. Am Ende ist es aber m.E. immer eine Gewissensentscheidung. Ich möchte hier die Informationen zusammentragen die ich in Gesprächen oder in Recherchen herausgefunden habe. Eine endgültige Empfehlung kann dies aber niemals sein, das bitte ich zu verstehen.
Risiken der Kastration
Die möglichen Risiken oder Nachteile sollten zu jedem Zeitpunkt kritisch gegenüber den zu erwartenden Vorteilen abgewogen werden. Diese Aufstellung kann auch nur eine Tenedenz aufzeigen in Bezug auf die Nachteile betrifft und kann weder jede Hunderasse und insebsondere nicht jeden einzelnen Hund im gleichem Maße abgreifen. Die endgültige Entscheidung muss zwingend fachlich fundiert mit Deinem Tierarzt abgewogen werden der dich und Deinen Liebling kenn.

Hier die am häufigsten auftretenden Nachteile/ Risiken bei einer Kastration:
Abnormale Knochenentwicklung
Bei der beliebten Rasse "Golden Retriever", wurde, im direkten Vergleich zu ihren intakten Geschwistern, festgestellt dass sie deutlich größer wurden insofern die Kastration vor der Vollendung des ersten Lebensjahres stattfand. Da denkt man jetzt vielleicht, "mei, net schlimm". Das Problem dabei sind jedoch die Wachstumsfugen der Knochen. Diese schließen sich verspätet. Das wiederrum kann zu einer unproportionierten Körperform führen, weshalb dann wiederrum Gelenkerkrankungen entstehen können. Quelle
Kreuzbandrisse
Wird der Deutscher Schäferhund, vor Ablauf seines ersten Lebensjahres kastriert, ergab die Studie ein um ein dreifach höheres Risiko für einen Kreuzbandriss. Und mit dem ist nicht zu spaßen. Quelle
Harninkontinenz
Eines der am meisten diskutierten Themen bzgl. der Folgen einer Kastration bei Hündinnen ist die Harninkontinenz. Offenbar entwickelt sich die Harninkontinenz bei Hündinnen insbesondere dann, wenn die Kastration vor Vollendung des ersten Lebensjahres stattgefunden hat. Das Risiko dieser Nebenwirkung lag in der Studie bei ca. 5%.
Nach der Entnahme der Geschlechtsorgane verliert das Weibchen zwangsläufig Ihre.Geschlechtshormone. Dies wiederrum führt dazu, dass bestimmte Nervensignale nicht korrekt übersetzt werden. Der sogenannte Blasenschließmuskel erschlaff mit der Zeit immer mehr und es entsteht das Harntröpfeln. Vor allem Hunde die mehr als 20 Kilo wiegen zeigen hier Auffälligkeiten. Der deutsche Boxer, Riesenschnautzer, Dobermann, Rottweiler und der Bobtail sind indem Bezug besonders zu erwähnen. Eine medikamentöse, lebenslange Behandlung hilft dabei, das in den Griff zu bekommen. Quelle
Langlebigkeit
Insgesamt bringt die Kastration eine erhöhte Lebenserwartung mit sich, wenn auch nur marginal. Bei einer Rasse jedoch ist das Gegenteil der Fall.
Weiblichen Rottweiler, die ihre Kastration vor dem Ende des vierten Lebensjahres hinter sich brachten, zeigten eine Lebenszeit die sich um 30% reduziert hat.So zeigten in dieser Rasse die Weibchen eine 9-fach höhere Wahrscheinlichkeit ein stolzes Alter von über 13 Jahren zu erreichen. Quelle
Schilddrüsenunterfunktion
Durch die Entfernung der Hormondrüse entsteht das nicht verwunderliche Risiko, eines der am häufigsten auftretenden, eine Schilddrüsenunterfunktion zu bekommen. Quelle
Fellveränderung
Leidet die Hündin an einem Mangel von Geschlechtshormonen kann es zu einem stärkeren Wachstum der sogenannten Unterwolle kommen. Dadurch entsteht einen anfällig für Nässe, erschwerden kommt die dadurch entstehende schlechte Pflegbarkeit hinzu. Bei dieser Form der Erkrankung spricht man vom "Welpenfell". Betroffen sind insbesondere Langhaardackel, Cocker Spaniel und Irish Setter. In seltenen Fällen kommt es in der Flankengegend zu Haarausfall.
Übergewicht
Nach einer Kastration senkt sich der Bedarf an Energie um ca. 30-40%, der Nährstoffbedarf ´bleibt jedoch weitestgehend identisch. Die Umstellung auf ein Futter, welches auf der einen Seite eine hohe Nährstoffdichte hat und auf der anderen Seite eine geringe Kaloriendichte, ist empefehlenswert. Auch hier ist die Rücksprache mit Deinem Tierarzt sinnvoll.
Wesensveränderung
Nach einer Kastration wurden bei einigen Tieren ängstlichere oder vorsichtigerere Verhaltensweisen beobachtet, vor allem bei Tieren die bereits vor der Kastration eher ängstlicher waren. Bei Hündinnen kann nach einer durchgeführten Kastration eine gesteigerte Aggressivität entstehen. Diese Form von Aggressivität ist zumeist auch mit, egal welchen, Erziehungsmaßnahmen nicht in den griff zu bekommen oder therapierbar. "Angstbeißer" oder Hündinnen mit erhötem Dominanzverhalten sollten daher eher nicht einer Kastration unterzogen werden.
Tumore
Kastrierte Hündinnen bekommen fünf (!) mal häufiger Tumore des Herzens (insbesondere Tumore, die vom Blutgefäßsystem ausgehen) im direkten Vergleich zu intakten, nicht kastrierten Hündinnen. Quelle
Bei großwachsigen Rassen (dazu zählt auch der deutsche Boxer) wird durch eine Kastration das Risiko für bösartige Knochentumore verdoppelt. Quelle
Bei der Rasse des deutschen Schäferhundes konnte keine erkennbar erhöhte Tumorneigung nachgewiesen werden. Quelle
Bei Golden Retriever Weibchen führt eine Kastration, egal wann diese stattfand, zu einemTumorrisiko welches 3-4 fach erhöht ist. Offensichtlich sind gerade weibliche Golden Retriever empfindlich auf das Abhandensein von Sexualhormonen und reagieren in Folge zu Entartungen. Quelle
der richtige zeitpunkt
Oftmals wir empfohlen nach der ersten Läufigkeit die Kastration bei der Hündin durchzuführen. Es ist zwar (scheinbar) richtig dass mit der Kastration VOR der ersten Läufigkeit ein stark reduziertes Gesäugetumorrisiko besteht, jedoch ist dann wiederrum das Risiko von Gelenkserkrankungen umso höher. Zudem wird eine Hüdin, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurde, mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Leben lang ein Welpenhaftes Wesen zeigen. Ich persönlich bin nach diversen Zwiegesprächen auch der Ansicht das man den Tieren ihre Sexualität bewahren sollte insofern es nicht krankhaft ist. Eine neuere Studie gibt konkrete Zeitpunkte her, wann es soweit sein soll. Quelle
Hunderasse
nicht kastrieren

egal
> 6 Monate

> 11 Monate

> 23 Monate
Australian Cattle Dog


X

Australian Shepherd

X


Beagle

X


Bernersennenhund

X


Bernhardiener


X

Border Collie



X

Boston Terrier

X


Boxer




X
Bulldog

X


Cavalier King Charles Spaniel

X


Chihuahua

X


Cocker Spaniel




X
Collie



X
Dackel

X


deutscher Schäferhund




X
Deutsche Dogge

X


Dobermann




X
English Springer Spaniel



X
Golden Retriever
X



Irish Wolfhound

X


Jack Russel Terrier

X


Labrador Retriever




X
Malteser

X


Miniatur Schnauzer

X


Mops

X


Pudel, Zwerg-

X


Pudel, Mittel-

X


Pudel, Groß-

X


Rottweiler


X

Sheltie




X
Shih Tzu




X
Welsh Corgi




X
West Highland White Terrier

X


Yorkshire Terrier

X


Zwergspitz

X


Studien sind gut, aber nicht immer vollständig
Denn diese Studie beinhaltet diverse Hürden auf. Es werden in ihr nur bestimmte Gelenkerkrankungen und Tumore berücksichtigt. Die Tiere wurden zudem zwar über viele Jahre beobachtet, aber nicht immer bis zum Ableben, daher ist die Datenlage nicht ideal. Dennoch bietet diese umfangreiche Studie eine gewisse Entscheidungshilfe bei der Kastrationsfrage. Aktuell habe ich micht an der Studie orientiert und peile für Elly die Kastration ab dem 23. Monat an.
Gibt es vorteile bei einer kastration?
Ja, eindeutig. Aus meiner Sicht heraus definitiv.

  • Keine Läufigkeit mehr, mit den Vorteilen keine Blutungsthemen mehr zu haben, auch ungewollte Trächtigkeit ist ausgeschlossen
  • Mammatumoren sind so gut wie ausgeschlossen
  • Eierstock-Tumore und Gebärmutter-Vereiterung sind ausgeschlossen
  • Die Psyche stabilisiert sich aufgrund der wegfallenden hormonellen Schwankungen

Das sind die wichtigsten Punkte. Ich habe für mich mitgenommen das es in erster Linie um den ZEITPUNKT geht, und nicht um die Frage ob man es überhaupt macht.


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